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Vogelbeobachtung in der Provinz Yunnan und die Weishan Vogelberingungs- und Beobachtungsstation

Vögel in Yunnan
In China gibt es etwa 1260 Vogelarten. Dank der geographischen Lage und des abwechslungsreichen Klimas leben davon in der Provinz Yunnan 802 Vogelarten - etwa 64% der Gesamtzahl in China und 9% der Vogelarten weltweit.

Yunnan erstreckt sich zwischen dem Hochland von Qingzang im Norden und der Malaiischen Halbinsel im Süden. Mit ihren komplexen und besonderen topographischen und klimatischen Bedingungen, der verschiedenartigen Natur und einer reichhaltigen biologischen Mannigfaltigkeit beherbergt die Provinz 18 Arten der Kategorie 1 und 118 Arten der Kategorie 2 der staatlich geschützten Vögel.

Was diese Zahlen betrifft ist Yunnan die Nummer 1 in China und übertrifft Sichuan, die Nummer 2 mit 628 Arten, bei weitem. In Yunnan existieren zwei Vogelzugrouten: die eine vom Sichuan-Becken im Tal des Jinsha-Flußes (am Oberlauf des Yangzi) in den Süden hinunter, die andere aus dem Hochland von Qingzang die Heduan-Bergkette hinunter in den Süden zum Berg Ailo und ins Tal des Roten Flußes. Im Frühjahr fliegen die Vögel zum Brüten nach Norden und im Herbst ziehen sie in den warmen Norden, manche durchfliegen Yunnan, andere überwintern hier.


Vogelbeobachtung in Weishan am Longqing-Pass
Die Wanderung bedeutet für Zugvögel das größte Lebensrisiko. Sie wandern zweimal jährlich zwischen Brutstätten und Winterquartieren. In Yunnan zwingt die Topographie die Vögel zum Flug durch die Heduan-Bergkette mit ihrem einmaligen Klima. Die Wanderzeit fällt genau auf die Saison mit undurchdringlichen Nebelwänden und ohne Mondlicht zur Orientierung. Viele Vögel werden in den Bergen und Bäumen getötet, fallen Netzen und Fallen zum Opfer. "Vogeljagdberge" und "Vogeltodberge" werden sie daher genannt. Wenn die Tiere erschöpft sind und die Orientierung verloren haben, zünden die Bergbewohner Feür an. Die Vögel werden angelockt und dann in großer Zahl mit Netzen und Bambusstangen getötet - bis zu 1000 Vögel in einer Nacht durch eine Person. Dies ereignet sich jährlich seit 1200 Jahren. An einigen Orten können manche Familien aus der ansässigen Yi-Minderheit damit ein Jahr lang leben. Um die Vögel zu schützen kamen 1997 über 40 Vogelexperten aus Japan, Vietnam, von den Philippinen und aus Thailand zu wissenschaftlichen Forschungen und Untersuchungen zum Longqing-Pass. Daraufhin wurde die Weishan Vogelschutz- und Beringungsstation errichtet und das Töten der Vögel verboten.

Der Longqing-Pass liegt im Bezirk Weishan etwa 12 km von der Stadt Daili entfernt. Das große Vogelschutzreservat mit der Beringungsstation umfasst 292 ha Land. Die Station liegt in 2440 Höhe bei 25o18' N und 10o22' O. Im Netzwerk der Beringungsstationen Chinas trägt sie die Nummer 32.

Rund um die Station können die Vögel leicht beobachtet werden, etwa 60 Zugvogelarten durchwandern die Station.

Die Flugzeit zieht sich von August bis in den frühen November. Rund 10 Nebelnächte pro Monat werden gezählt. Auch jetzt zünden die Dorfbewohner kleine Feuer an, aber nicht um die Vögel zu töten, sondern um die Zugvögel zu leiten. Auch elektrisches Licht wird nun benutzt, was den Herbstflug der Tiere heller und sicherer macht.


Das Zhaotong Dashanbao Reservat des Schwarzhalskranichs
Das Reservat im Bezirk Zhaoyang erstreckt sich über 19 200 ha und liegt 79 km von der Stadt Zhaotong entfernt in einer Höhe von 2210 m bis 3364 m. Es wurde 1991 eingerichtet. Die Schwarzhalskraniche überwintern in Zhaotong. Sie treffen im September/Oktober ein, bleiben etwa fünf Monate und fliegen zum Brüten im April nach Nordchina. Auch andere Vögel können in diesem Reservat beobachtet werden.


Lachmöven in Kunming
Von November bis März kommen Lachmöven (Laurus ridibundus) zum Überwintern nach Kunming, wo man sie am Dianchi-Teich und an den beiden Seen Cuihu und Caohai beobachten kann.

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