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Vogelbeobachtung auf dem Tibetischen Hochplateau

Das Hochplateau Tibet, das "Dach der Welt", ist unwirtlich, fuer Tiere jedoch ist es ein "Paradies". Hier leben ueber 2300 Insektenarten, 64 Fischarten, 45 Amphibienarten, 55 Reptilienarten und 488 Vogelarten. Um diese Tierwelt zu schuetzen, wurden 18 Naturschutzgebiete eingerichtet, fuenf davon als Staatsreservate, in denen besonders seltene und kostbare Tierarten Schutz finden, wie z. B. das Qiangtan-Reservat fuer den tibetischen Wildyak, fuer Schwarzhalskraniche, Esel und Gazellen, das Markham-Reservat fuer den Stubsnasenaffen Yunnans, das Shenzha-Reservat fuer den Schwarzhalskranich, das Nyingchi-Dongjug-Reservat fuer Antilopen und das Riwoge-Chamoling-Reservat fuer den Rothirsch. Die Schneetaube, der Tibetfasan und der Schwarzhalskranich gehoeren zu den seltenen Voegeln, die in Tibet beobachtet werden koennen. Nachfolgend die wichtigsten Vogelbeobachtungsorte in Tibet:


Yamdrok-See
Der Yamdrok Tso (Yamdrok-See) ist einer der vier heiligen Seen in Tibet, der groesste Suesswassersee Tibets auf dem Weg von Lhasa nach Gyantse und die Heimat fuer viele Zugvoegel Suedtibets. Im See liegen 16 Inseln, die fuer jegliche Arten von Voegeln ein Paradies bilden. 153 Vogelarten wurden gezaehlt, darunter vor allem Saatgaense (Anser fabalis) und L. Brunnicephalus.

Das Reservat erstreckt sich auf 638 km2 in einer Hoehe von 4441 m ueber 130 km von Osten nach Westen, die Uferlinie ist 250 km lang. Die Seetiefe liegt zwischen 20 und 40 m, die tiefste Stelle faellt 60 m ab.

Von den 16 Vogelinseln misst die groesste 8 km2, die kleineste 3000 m2 . Wichtige Inseln sind Seduo, Yongbuduo, Gemoriduo, Nayeduo.

Zu den Voegeln zaehlen Gaensearten, der Tibetische Fasan, Schwarzhalskraniche, Seidenreiher (Egretta garzetta), Gaensesaeger (Mergus merganser), Reiherenten (Aythya fuligula), Loeffelenten (Anas clypeata). Der Schwarzhalskranich ueberwintert hier. Beste Beobachtungszeiten sind Mai, Juni, Juli, Oktober und November.


Namtso-See
Der Namtso-See (Himmelssee) ist der zweitgroesste Salzwassersee Tibets und liegt noerdlich von Lhasa am Rand des Qiangtang Plateaus in einer Hoehe von 4719 m. Das Naturschutzgebiet erstreckt sich auf 1940 km2 ueber 70 km von Osten nach Westen und ueber 30 km von Norden nach Sueden. Hier leben grosse Schwaerme von Stand- und Zugvoegeln wie seltene Gaense- und Kranichearten.


Xiongse-Kloster
Das Xiongse-Kloster ist auch als Xiong Se, Shiong Se oder Qiong Se bekannt. Das 1181 n. Chr. gegruendete Kloster liegt in der Ortschaft Caina im Bezirk Chushui 30 km von Lhasa antfernt an der Strasse nach Gyantse in 4500 m Hoehe. Die jaehrlichen Durchschnittstemperaturen am groessten Nonnenkloster Tibets bewegen sich zwischen 7.1oC und 29.4 C, die durchschnittliche Niederschlagsmenge belaeuft sich auf 441.9 mm (hauptsaechlich Sommer und Herbst). Zu den seltenen Voegeln hier zaehlen der Tibetische Fasan (Crossoptilon) und die Schneetaube. Beste Beobachtungszeit fuer den Tibetfasan: Mai.


Palgon-See
Der Palgon-See (Bangonghu auf Chinesisch) zieht sich in 4242 m Hoehe ueber 155 km von Westen nach Osten, seine Breite liegt zwischen 14 m und 15 km, die mittlere Tiefe betraegt 57 m.

Im See gibt es fuenf Vogelinseln, die Inseln Shu und Tu etwa, und die groesste Insel, die Vogelinsel, ist 300 m lang und 200 m breit. In diesem Koenigreich fuer Voegel brueten im Fruehjahr Gaense (Anser indicus), und Enten fallen im Ma und Juni ein. Inseln wie die Eierinsel sind auch spezieller Lebensraum fuer manche Entenarten wie Anser indicus. Beste Beobachtungszeiten: von Mai bis September.


Naturschutzgebiet Qiangtang
In einer Hoehe von durchschnittlich 5000 m liegt das Reservat (auch Qiang Tang oder Jiang Tang genannt) im Norden des Tibetplateaus auf einer Flaeche von 2980 ha Land. Alle Arten von kleinen und grossen Seen gibt es hier, 200 an der Zahl, manche ueber 1 km? gross. Viele Tierarten haben sich angesiedelt, darunter wilde Yaks, Bharals (das wilde Himalayaschaf), Tibetische Wildesel, Hirsche, Schwarzhalskraniche, die alle geschuetzt sind. Die "goldene" Zeit ist Juni bis Oktober, wenn die Temperaturen 7 bis 12oC erreichen und der Regenfall 50 bis 300 mm betraegt. Heimisch sind 470 Pflanzen- und 92 Vogelarten.


Das Naturschutzgebiet Shenzha und der Tsoe-See
Auf 40000 ha Land wird in Shenzha vor allem der Schwarzhalskranich geschuetzt. In 4562 m Hoehe wurde dieses Feuchtland-Oekosystem 1993 eingerichtet. Guertel aus Seen ziehen sich hindurch, der jaehrliche Regenfall belaeuft sich auf 300 mm und 120 Vogelarten brueten hier, die seltenste der Schwarzhalskranich.

Der Tsoe-See (oder Coe-See) in diesem Reservat wurde im Juni 2001 von chinesischen Wissenschaftlern erforscht. Auf der Insel Sanglyrire fanden sie 50000 bis 54000 Moewen der Art Larus ichthyaetus. Die Insel ist von Land nur 100 m mit dem Boot entfernt. Auf einem Quadratmeter finden sich zwei bis drei Nester.


Das Naturschutzgebiet Pengbo fuer den Schwarzhalskranich
Das Reservat Pengbo, auch Lhasa-Reservat genannt, liegt suedlich des Bezirks Linzhou am Lhasa-Fluss in 3800 m Hoehe und zieht sich ueber 9680 ha Grasland, Feuchtland, Kulturpflanze und Ackerland. Geschuetzt wird der Schwarzhalskranich und sein Lebensraum. Die Voegel kommen im September/Oktober nach hier zum Ueberwintern und fliegen im April und Mai zurueck nach Nordtibet zum Brueten. Als Standvoegel bleiben 1520 Schwarzhalskraniche im Reservat, 3000 weitere Tiere halten hier nur kurz auf ihrem Weg zu anderen Aufenthaltsorten.


Die Grosse Schlucht des Yarling-Zangbo-Naturschutzgebietes
Die durchschnittliche Schluchttiefe betraegt 5000 m, die tiefste Stelle liegt bei 5382 m. Das Schutzgebiet liegt etwa bei 29 Grad oestlich. Im Jahr 2000 wurde es zu einer staatlichen Einrichtung gemacht. Geschuetzt werden auf 62620 ha Land vor allem die Waelder, seltene Tiere und Pflanzen. Es ist eine wichtige tibetische Tropenwelt. Im Schutzgebiet leben 94 Saeugetierarten, 160 Vogelarten (in 232 Familien), 38 Reptilienarten, 17 Amphibienarten, ueber 1980 Insektenarten und 3000 Pflanzenarten.

Zu den Voegeln zaehlen: Aceros nipalensis, Tragopan satyra, Tragopan temminckii, Psittacula alexandri, Aethopyga gouldiae, Aethopyga ignicauda, Leiothrix lutea, Chrysolophus amherstiae, Crossoptilon harmani (der Tibetfasan) und Schwarzhalskraniche.

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